11. Jun. 2019

Fast jeder Dritte misstraut deutschen Versicherungen in Sachen Datenschutz


29 Prozent der Bundesbürger zweifeln daran, dass ihre Daten bei den deutschen Versicherungsunternehmen in guten Händen sind. Mehr als 60 Prozent der Kunden würden ihrer Versicherung aber persönliche Daten zur Verfügung stellen, solange sie im Gegenzug dafür weniger für den Versicherungsschutz bezahlen müssen. Das sind Ergebnisse der Studie "Digitale Versicherung 2019", für die im Auftrag des Softwareherstellers Adcubum mehr als 1.000 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

"Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes sind noch weit verbreitet", erklärt Michael Süß, Geschäftsführer von Adcubum Deutschland. Zwar habe sich eine Mehrzahl der Kunden damit abgefunden, Unternehmen persönliche Daten zur Verfügung zu stellen, ein mulmiges Gefühl bleibe aber bei vielen. "Eine klare und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Verpflichtung zum Datenschutz seitens der Versicherer und Offenheit darüber, wie diese Informationen genutzt werden, könnten einen Teil dieser Ängste abbauen", so Süß.

So sei Kunden etwa auch wichtig, wo persönliche Kundendaten, wie etwa Informationen zum Standort, zur Fitness oder auch zum Nutzer- und Konsumverhalten, gespeichert werden: Solange es sich um ein deutsches Rechenzentrum handelt, haben 65 Prozent der Befragten ein eher gutes Gefühl.

63 Prozent gaben zudem an, sie hätten sich an die Preisgabe sensibler Informationen gewöhnt. Viele erwarten dafür aber eine Gegenleistung: Auf die Frage, ob sie für die Bereitstellung persönlicher Daten im Gegenzug erwarten würden, weniger für die Versicherung bezahlen zu müssen, antworteten 23 Prozent mit "trifft zu" und weitere 39 Prozent mit "trifft eher zu".

Fast jeder Zweite befürchtet darüber hinaus, dass sich die bereitgestellten Informationen negativ auswirken könnten: 51 Prozent befürchten, dass die Versicherung sie aufgrund persönlicher Daten als Kunden kündigt, ablehnt oder eine völlig überhöhte Versicherungsprämie verlangt. "Auffällig ist, dass vor allem jüngere Kunden stark sensibilisiert sind für dieses Thema. 55 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 34 haben Angst vor Sanktionen seitens der Unternehmen", so Süß. Bei den über 55-Jährigen seien es hingegen "nur" 47 Prozent, die befürchten, dass der Versicherer sie benachteiligen könnte.

Die Studie "Digitale Versicherung 2019" steht auf der Website von Adcubum kostenfrei zum Download bereit.