13. Mai. 2019

Finanzdienstleister im Visier von Cyberkriminellen


Unternehmen der Finanzindustrie werden für Cyberkriminelle ein immer beliebteres Angriffsziel - das legt der aktuelle Report "Email Fraud in Financial Services" von Proofpoint nahe. So habe demnach allein die Zahl der Angriffe auf Unternehmen aus dieser Branche im Vergleich zum jeweils letzten Quartal zwischen 2017 und 2018 um 60 Prozent zugenommen. Die bevorzugte Uhrzeit der Hacker, um ihre betrügerischen E-Mails zu versenden, sei werktags zwischen 7 und 14 Uhr, jeweils in der Zeitzone des potenziellen Opfers – wobei hier wiederum der Montag mit einem besonders hohen Aufkommen der schädlichen E-Mails auffalle. Das unterstreiche laut Proofpount die Tatsache, dass sich Cyberkriminelle mit ihren zielgerichteten Angriffen primär auf den Menschen – und nicht auf die IT-Infrastruktur – konzentrieren.

Für die Studie analysierte Proofpoint den E-Mail-Verkehr von mehr als 100 Unternehmen weltweit aus dem Bereich Financial Services in den Jahren 2017 und 2018 mit dem Fokus auf (versuchten) E-Mail-Betrug. Hierbei war E-Mail-Betrug eine weit gefasste Kategorie, die unter anderem Business E-Mail Compromise (BEC) beinhaltete. Dabei handelt es sich um den strafbaren Versuch von Kriminellen, mit gefälschter Identität eine Person so zu manipulieren, dass diese beispielsweise Geld an den Hacker überweist, ihm geheime Unterlagen des Unternehmens zuschickt oder persönliche Daten der Mitarbeiter preisgibt. Diese Angriffe sind ganz individuell auf einzelne Personen innerhalb der Finanzdienstleistungsunternehmen zugeschnitten, um das potenzielle Opfer zu eben jenen unbedachten Aktionen anzustiften.

„Während E-Mail-Betrug nicht nur Finanzdienstleister betrifft, so sind die Mitarbeiter der Unternehmen dieser Branche doch der Schlüssel zu einem der lukrativsten ‚Märkte‘ für Cyberkriminelle. Ein falscher Klick in einer E-Mail kann das ganze Unternehmen und seine Kunden einem erheblichen Risiko aussetzen und zu großen Verlusten führen“, erklärt Ryan Kalember, Executive Vice President of Cybersecurity Strategy bei Proofpoint. Grundsätzlich sollten Unternehmen nicht nur technische Maßnahmen ergreifen, wie Virenscanner, Firewalls etc., um die Mitarbeiter zu schützen, sondern sie auch in Theorie und Praxis immer wieder schulen und für diese besonders perfide Art des Betrugs sensibilisieren. Denn nur wenn die Technik und der Mensch zusammenwirken, können Unternehmen das Risiko minimieren, Opfer einer Cyberattacke via BEC-Fraud zu werden, so Proofpoint.

Die komplette Studie kann kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.proofpoint.com/us/resources/threat-reports/email-fraud-in-financial-services (Registierung erforderlich)