02. Feb. 2018

Umfrage: Hohes Cyber-Risikobewusstsein in Unternehmen


Knapp 70 Prozent der Unternehmen und Institutionen in Deutschland sind in den Jahren 2016 und 2017 Opfer von Cyber-Angriffen geworden. In rund der Hälfte der Fälle waren die Angreifer erfolgreich und konnten sich zum Beispiel Zugang zu IT-Systemen verschaffen, die Funktionsweise von IT-Systemen beeinflussen oder Internet-Auftritte von Firmen manipulieren. Jeder zweite erfolgreiche Angriff führte dabei zu Produktions- bzw. Betriebsausfällen. Hinzu kamen häufig noch Kosten für die Aufklärung der Vorfälle und die Wiederherstellung der IT-Systeme sowie Reputationsschäden. Das geht aus der Cyber-Sicherheits-Umfrage 2017 hervor, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Rahmen der Allianz für Cyber-Sicherheit durchgeführt hat. An der Befragung nahmen ca. 900 Unternehmen und Institutionen teil.

Das Bewusstsein für die Gefahren, die den Betrieben aus dem Cyberraum drohen, ist laut BSI hoch. Rund 92 Prozent der Befragten schätzen die Gefahren aus dem Cyberraum als kritisch für die Betriebsfähigkeit ihrer Institution ein. Nur knapp 42 Prozent gehen davon aus, dass der Betrieb im Fall eines Cyberangriffs durch Ersatzmaßnahmen aufrechterhalten werden könnte. Als besonders gefährdet betrachten sich den Angaben zufolge Konzerne. Darüber hinaus gehen zwei von drei befragten Unternehmen davon aus, dass die Risiken durch Cyberangriffe zunehmen. Dabei falle auf, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Lage weniger kritisch beurteilen als Großkonzerne. Während fast 74 Prozent der Großkonzerne damit rechnen, dass die Gefahren aus dem Cyber-Raum zunehmen, treffe dies nur auf gut 62 Prozent der KMU zu.

Entsprechend ihres Gefahrenbewusstseins haben viele Betriebe bereits Cyber-Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, berichtet das BSI. So gaben 89 Prozent an, dass Maßnahmen wie Segmentierung oder die Minimierung von Netzübergängen ergriffen wurden, um die Netze abzusichern. Auch Maßnahmen zur Abwehr von Schadprogrammen fanden häufig Anwendung (86 Prozent). Dabei kamen sowohl Maßnahmen zur zentralen Detektion, wie etwa Scans am Sicherheitsgateway oder Mailservern, als auch dezentrale Maßnahmen wie Scans auf Client-/Server-Systemen zum Einsatz.

Über die bereits umgesetzten Maßnahmen hinaus seien in vielen Betrieben (71 Prozent) weitere Verbesserungen der Cyber-Sicherheit geplant. BSI: „Ein Teil der Unternehmen hat erkannt, das für eine ganzheitliche Informationssicherheit auch der Faktor Mensch von Bedeutung ist.“ So führen demnach mehr als die Hälfte der Unternehmen regelmäßige Schulungen ihrer Beschäftigten zu Fragen der Cyber-Sicherheit durch. Weitere knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen würden entsprechende Maßnahmen planen.

Die Ergebnisse der Cyber-Sicherheits-Umfrage 2017 sind hier abrufbar.