Paranoid by Profession

Geht Ihnen das auch außerhalb der Security manchmal so, dass Sie erstmal darüber nachdenken, was so alles schief gehen könnte, wenn ... Ich rede mich dann, wenn mich ein weniger grüblerischer Mensch dabei ertappt, gerne auf berufsbedingte Paranoia raus. Wobei man ja gar nicht so selten hinterher feststellt: Siehste?! Hab ich doch gleich gesagt!™ – oder vielleicht auch gar nicht so oft, aber die selektive Wahrnehmung mag sich halt lieber daran erinnern, wo man recht behalten hat, als sich einzugestehen, dass doch vieles auch oft gut geht, wenn man nicht vorher alle Widrigkeiten auszuschließen versucht (Standard-Disclaimer applies!™).

Wichtig ist dabei vermutlich allem voran, nicht den Spaß und die Bodenhaftung zu verlieren – oder anders gesagt: nicht nuuuur schwarz zu sehen. So etwas soll gelegentlich sogar auch innerhalb der Security passiert sein und ist womöglich nicht völlig unschuldig daran, dass „die Security“ bisweilen pauschal (und natürlich in der Pauschalität völlig ungerechtfertigt) einen gewissen Ruf als Be- und Verhinderer erlangt hat.

Um solchen Tendenzen von vornherein und auch begrifflich entgegenzuwirken, schlagen die Autor:inn:en unserer Grundschutzrubrik in dieser Ausgabe übrigens vor, das unstreitig wichtige Risiko-Management auch ganz explizit um ein Chancen- Management zu erweitern. Im Zuge der Bearbeitung hatten wir den Eindruck: Chance and Risk Management – works like a ChaRM! Womöglich könnte ein wenig Zauber und Anmut unserem Metier zur Verteidigung gegen die dunklen Künste (bei Harry-Potter-Fans aka VgddK – oder im Original: Defence against the Dark Arts, kurz DADA) ja auch bisweilen ganz guttun?!

Sorry, nein – ein Patentrezept gibts hier leider nicht (neudeutsch: No Silver Bullet available.™), eigentlich nicht einmal irgendein Rezept, es bleibt notgedrungen beim Gedanken. Und ja – auf Seite 3 der <kes> fällt das Fabulieren natürlich leichter als die Umsetzung im stressigen Berufsalltag, bei gefühltem Dauerkrisenmanagement, tatsächlichem Personalmangel, Compliancedruck und womöglich mehr oder minder argwöhnischer Beobachtung durch Kolleg:inn:en, Controller oder Chefetagen. Aber wir haben Advent und ich mochte mir mal wieder fachöffentlich ein wenig an die eigene große Nase fassen – und mich selbst (und vielleicht noch andere?) daran erinnern, dass der Ernst des Lebens™ ein wenig Leichtigkeit (nicht Leichtsinnigkeit!) meist ganz gut verträgt – auch wenn die einem bisweilen beinahe unerträglich vorkommen mag.

Verlag und Redaktion der <kes> wünschen Ihnen, liebe:r Leser:in, sowie allen Partnern und Kunden jedenfalls eine gesegnete und möglichst unbeschwerte Zeit und einen guten Start ins nächste Jahr – mit hoffentlich weniger Krisen und vielen positiven Wendungen!