Überspannungsschutz

Überspannungsschutz ist die Summe technischer Vorkehrungen (Überspannungsschutzgeräte), die dazu dienen, bestimmte Störfaktoren der Stromversorgung auszuschalten. Der Überspannungsschutz dient vor allem der Mikroelektronik, weil diese Geräte bereits von relativ schwachen Stromstößen zerstört werden können.

Überspannungsschutz wird auch als "innerer Blitzschutz" bezeichnet, weil die übliche Gebäudesicherung zwar geeignet ist, Blitzeinschläge abzuleiten, jedoch nicht verhindert, dass im Gebäude selbst Überspannungen entstehen, die die Mikroelektronik zerstören und insbesondere in Datennetzen durch Kettenreaktionen erhebliche Sach- und Folgeschäden anrichten können.

Typische Störfaktoren der Stromversorgung sind:

  • Langsame Netzspannungsschwankungen
  • Spannungsspitzen
  • HF-Überlagerungen
  • Zyklische Deformationen
  • Harmonische Verzerrungen
  • Kurzzeitige Netzunterbrechungen.

Außergewöhnliche Störursachen sind:

  • Stromausfall, Netzzusammenbrüche
  • Spannungsspitzen nach Netzausfällen
  • Blitzstromwanderwellen
  • Blitzeinschläge
  • Kurzschlüsse in der Stromversorgung
  • Schmorschäden in der Stromversorgung
  • andere technische Defekte der Stromversorgung

(Einteilung nach Breuer "Computerschutz durch Sicherung und Versicherung")

Mit Überspannungsschutzgeräten werden zunächst Geräte und Leitungen vor Zerstörung ihrer Mikroelektronikbauteile geschützt. Darunter fallen sämtliche EDV-Anlagen, Daten-Endgeräte, Daten-Übertragungsleitungen, aber auch Mess-, Regel- und Steuereinrichtungen sowie die gesamte Sicherheitselektronik (Alarmanlagen, Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen u.Ä.).

Durch den Schutz dieser Anlagen wird gleichzeitig das Risiko von Folgeschäden eingegrenzt. Gerade durch die Zerstörung von mikroelektronischen Bauteilen können zum Schaden des Betreibers Betriebsabläufe geändert, unterbrochen oder in Gang gesetzt werden. Erfahrungsgemäß muss deshalb davon ausgegangen werden, dass im Fall eines Überspannungsschadens die Folgeschäden meist ein Vielfaches dessen ausmachen, was an Hardware zu beklagen ist.

In der Praxis unterscheidet man Geräte für den Grob- und Feinschutz. Geräte für den Grobschutz vermindern Überspannungen auf ein für Starkstromanlagen ungefährliches Niveau. Sie haben zudem ein hohes Ableitvermögen für Blitze. Geräte für den Feinschutz senken Überspannungen soweit herab, dass sie auch für empfindliche Bauteile mit Halbleiter-Bauelementen ungefährlich sind. Deshalb ist für die o. g. Geräte sowohl Grobschutz als auch Feinschutz erforderlich.

(Lambertz, Wilhelm, W. Lambertz GmbH & Co, Krefeld )