Trojaner

Siehe auch Eindring-Erkennungssystem, Firewall, Hacker, Hoaxes, Internet, Kettenbriefe, Makroviren, Malware, Scriptviren, Tiger-Team, Viren.

Trojaner oder "Trojanische Pferde" gleichen dem Vorbild aus der griechischen Sagenwelt. Homer erzählt, dass die Griechen den Trojanern nach vergeblicher Belagerung der Stadt ein großes, hölzernes Pferd als "Friedensgeschenk" übergaben. Im Innern dieses Geschenks befanden sich jedoch Soldaten. Nachdem die Trojaner das Holztier in die Stadt gerollt hatten, kamen die Soldaten heraus und öffneten die Stadttore für die eigenen Truppen. Die Fracht der heutigen Trojaner ist ebenso gefährlich. In ihrem Inneren versteckt sind gefährlich Programmteile, die recht unerwünschte "Nebenwirkungen" haben. Manche Trojaner gaukeln dem Anwender vor, eine nützliche Aufgabe zu erfüllen, betreiben aber in Wirklichkeit Spionage. So werden z.B. Passwörter, Tastatureingaben und Dateiinhalte ausspioniert und auch über das Internet an "Sammelstellen" geschickt. Andere Trojaner hingegen löschen Dateien oder manipulieren Systemeinstellungen so, dass ein vernünftiges Arbeiten am PC nicht mehr möglich ist.

Einer der ersten Trojaner war ein AIDS-Informationsprogramm, welches sich 1989 etablierte. Dabei wurde an die Teilnehmer einer Anti-Aids-Konferenz eine Diskette verschickt, auf der sich ein Informationsprogramm befand. Wurde dieses gestartet, begann es nach einiger Zeit die auf der Festplatte befindlichen Dateien umzubenennen. Wollte man die ursprünglichen Dateinamen wieder herstellen, musste man zuvor einen Geldbetrag auf ein Konto in Panama überweisen. Moderne Nachkommen dieses ersten Trojaners sind z.B. Programme wie "Back Orifice 2000", welche eine massive Systemspionage betreiben. Als Schutzmaßnahme gegen Trojaner gilt nach wie vor, keine Programme auf dem eigenen PC einzusetzen, die aus einer unsicheren Quelle stammen. Software sollte nur vom Originaldistributor bezogen werden. Auf "Testinstallationen" von Spielprogrammen und Tools, die man sich irgendwoher besorgt hat, sollte man aus Sicherheitsgründen verzichten. Zumindest aber sollte jede fremde Software vor dem Einsatz mit einem Virenscanner geprüft werden.
(Neu aufgenommen am 1.6.2000)

(Dombach, Ralph, Sicherheitsberater, München)