Notfalldokumentation (IT)

Siehe auch Business Continuity, Disaster Recovery,

Das Ziel einer Notfalldokumentation für die Informationsverarbeitung ist es, die ausführenden Personen/Teams exakt durch alle Schritte bis zum Wiederanlauf in der geplanten Umgebung (Kaltes RZ, Warmes RZ, Hot Standby -->Disaster Recovery) zu führen. Alle hierfür benötigten Informationen müssen einerseits lückenlos und aktuell vorhanden sein und andererseits von den ausführenden Personen umgesetzt werden können. Eine gesicherte Methode zur Feststellung der Ausführbarkeit ist ein Abnahmeverfahren durch die ausführenden Stellen.

4 Anforderungen bestehen an eine Notfalldokumentation:

  1. Aktualität
  2. Vollständigkeit
  3. Erreichbarkeit
  4. Eindeutigkeit

Es gibt unterschiedliche Formen der Notfalldokumentation:

  1. Das klassische gedruckte Handbuch, erstellt mit einem Textsystem (MS/Word, Wordpro, o.Ä.) ergänzt durch Excelsheets, Visiozeichnungen, usw. Bei dieser Form ist der Pflegeaufwand erheblich. Daher ist die Dokumentation oftmals nicht auf einem aktuellen Stand.
  2. Das gedruckte Handbuch, basierend auf einer Datenbank. Bei dieser Form können die relevanten Informationen nach beliebigen Kriterien aus der Datenbank ausgewählt, gruppiert und sortiert werden. Die so generierten Handbücher haben somit einen deutlich höheren Informationsgehalt. Wichtig für die Aktualität ist der regelmäßige Ausdruck der Handbücher, damit alle Teams über den gleichen, aktuellen Datenbestand verfügen.
  3. Die Online-Notfalldokumentation baut ebenfalls auf einer Datenbank auf. Zusätzlich zu den gedruckten Handbüchern stehen hier alle Informationen online zur Verfügung. Hierdurch wird die Aktualität deutlich gesteigert. Allerdings setzt diese Form voraus, dass die Daten gespiegelt an zwei Standorten vorgehalten werden, damit bei Ausfall des Servers ein Zugriff auf die Daten möglich ist.

Die Datenbank sollte im Minimum folgende Informationen beinhalten

  • Anschriften aller relevanten Firmen, Mitarbeiter, Dienstleister
  • Inventare mit wichtigen technischen Informationen
  • Lokationen der Komponenten
  • Aktionspläne für den Wiederanlauf
  • Arbeitsanweisungen für Störfälle

(Neu aufgenommen am 23.5.2000)

(Glessmann, Günter, ROG GmbH, Hirschhorn )