Disaster Recovery

Siehe auch Business Continuity, Datensynchronisation, Notfalldokumentation (IT).

Der Begriff Disaster Recovery (gelegentlich auch "Business Recovery") umschreibt die Maßnahmen zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Verfügbarkeit der Datenverarbeitung nach einem Notfall. Die früher dafür gebräuchliche Bezeichnung Backup wird wegen der Verwechslungsgefahr mit dem -->Backup im Sinne einer regelmäßigen Datensicherung praktisch nicht mehr gebraucht. Der früher ebenfalls verbreitete Begriff Ausweichrechenzentrum trifft angesichts der stark verteilten Informationsverarbeitung und der wachsenden Bedeutung der Datenkommunikation nicht mehr den ganzen Sachverhalt.

Disaster Recovery wird in mehrere Stufen unterteilt. Je nach Grad der Abhängigkeit kommen in Frage:

  • Kalte Lösung. Hierunter versteht man Raumlösungen ohne Rechner.
    – leere Büroräume / Kantinen

    – mobile Datenhallen
    – mobile Container
    Reaktionszeit ab Crash: ca. 1-3 Tage (je nach Größe).
  • Kalte Lösung inkl. Rechner. Hierunter versteht man Raumlösungen, in die vorher genau definierte Hardware betriebsbereit installiert wird.
    Reaktionszeit ab Crash: ca. 1-3 Tage
  • Warme Lösung. Hierunter versteht man stationäre oder mobile Lösungen inkl. Rechner, verfügbar für:
    – IBM: ES9000 / AS-400 / RS6000 / Server

    – Siemens: C / H / S / RM / MX-Modelle / Primergy Server
    – DEC- / HP- / Unisys-Rechner
    Reaktionszeit ab Crash ca. 4-24 Stunden.
  • Heiße Lösung. Hierunter versteht man ein zweites eigenes Rechenzentrum, welches spiegelbildlich den gleichen Stand hat wie das originäre RZ.

Zu den Disaster Recovery Maßnahmen gehören im Rahmen des auch Lösungen für Arbeitsplätze und Telekommunikation sowie die Wiederherstellung der Netzwerktechnik LAN/WAN, damit die Geschäftsprozesse in vollem Umfang möglichst schnell und reibungslos wieder anlaufen können.

Die Disaster Recovery Lösungen für einen Notfall werden entweder selbst vorgehalten, oder aber bei Dienstleistern eingekauft. Unabdingbar für eine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb sind eine komplexe Datensicherung, Funktionstests, sowie Notfallhandbücher und Wiederanlaufplanungen.
(Letzte Änderung: 20.7.98)

(Lohse, Alfons, MDH GmbH, Mobile Datenhallen Systeme, Hamburg )