Datenrettung/Datarecovery

Datenrettung oder Datarecovery stellt einen letzten Versuch dar, elektronisch gespeicherte Daten, die unerreichbar scheinen, wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu bringen. Der Bedarf an einer solchen Dienstleistung tritt immer dann auf, wenn elektronische Speichermedien durch unterschiedliche schädigende Einflüsse nur noch eingeschränkte Funktionen aufweisen oder gänzlich versagen und gleichzeitig Datensicherungen ebenfalls betroffen wurden, oder nicht - oder nur in eingeschränktem Umfang - zur Verfügung stehen. Dieser Fall tritt nicht selten ein, weil unabhängig von Unternehmensgröße und Branche signifikante Mängel bei der Konzeption und Realisation von Datensicherungsmaßnahmen vorkommen.

Neben den klassischen schädigenden Einwirkungen durch Feuer, Wasser, Über-/Unterspannung, Fehlbedienung (z.B. ungewollte oder irrtümliche Löschung oder Formatierung) bestehen zahlreiche weitere Ausfallursachen wie z.B. durch Viren, Angriffe von außen über bestehende Netzverbindungen oder nutzungsbedingter Verschleiß. Die technischen Produkte Fest-/Wechselplatte, Streamer, Magnetoptical o.a. erreichen, je nach Betriebs-und Nutzungsbedingung und Qualität, z.T. nur Standzeiten von wenigen Jahren und fallen dann häufig ohne besondere Vorwarnung aus. In zahlreichen Fällen zeigte sich genau dann, dass andere Sicherheitsmaßnahmen versagten oder nur unvollständig durchgeführt worden waren.

Nach Eintritt eines Störfalls oder Schadens ist grundsätzlich mit äußerster Umsicht zu handeln. Der häufig praktizierte Weg der Selbsthilfe mit einfachen Mitteln (z.B. wiederholte Startversuche einer geschädigten Festplatte) verschlechtert in vielen Fällen die Chancen für eine sachgemäße Wiederherstellung.

Professionelle Datenrettung bedingt eine detaillierte Analyse des Ereigniszusammenhanges und des betroffenen Gerätes. Zur Durchführung entsprechender Beurteilungen bedarf es einer umfassenden technischen Ausstattung, die die eines normalen Technikbetriebes übersteigt; Beispielsweise eines sogenannten Cleanbereiches, in dem Festplatten geöffnet werden können, um sowohl eine Sichtung von inneren Schäden, als auch entsprechende Behandlungsmaßnahmen zu ermöglichen. Über die Behandlung mechanischer Störungen hinaus müssen auch elektronische/elektrische Störquellen beseitigt werden können (Anforderung an ein gut ausgestattetes Ersatzteillager) und letztendlich besteht der Bedarf an ausgewählten Softwarewerkzeugen, um logische Strukturen zu analysieren und zu korrigieren.

Die aus der Analyse erhaltenen Details sind in ein Wiederherstellungskonzept umzusetzen. Erst an dieser Stelle können Güte und Qualität der wiederherzustellenden Daten gewichtet und der Aufwand beziffert werden. Die Durchführung entsprechender Maßnahmen sollte dann in einer sogenannten 2. Phase (der tatsächlichen Wiederherstellung) erfolgen.
 

Logische Schäden 19,5%
Schäden an innen und außenliegenden Bauteilen 13,7%
Schäden durch unsachgemäße Behandlung 4,8%
sonstige physische Schäden (Mechanik), Stiktion, Lager 32,0% Klassischer Headcrash, Abrieb von Beschichtung 29,0%

Schäden an Datenspeichern (Auswertung von 200 Schäden an Festplatten durch J. Kupfrian MSS-Media)

Die Erfolgsquoten bei Datenrettungen werden im Mittel mit ca.70- 80 % angegeben. Die Kosten richten sich in der Regel nach dem erforderlichen Aufwand. Sie liegen im Erfolgsfall selten unter DM 1.500,00 und erreichen in kritischen Fällen Werte von mehreren zehntausend DM. Professionelle Datenrettung/Datarecovery wird von wenigen europa/weltweit tätigen Unternehmen und von kleineren mehr regional aktiven Spezialisten angeboten.

(Kupfrian, Jürgen, MSS-Media, Lüdenscheid, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schäden an rotierenden Datenspeichern)