|
Das D-Kanal-Filter dient zur Absicherung digitaler TK-Anlagen gegen Manipulationsmöglichkeiten aus dem öffentlichen Netz. Der D-Kanal wird bei ISDN als getrennter Signalisierungskanal für die Steuerung der Verbindung verwendet. Um die eigentliche Übertragung der Nutzdaten über die B-Kanäle (Basiskanäle) nicht zu beeinflussen, werden sämtliche Steuerinformationen, die zum Verbindungsaufbau und -abbau und zur Signalisierung von Diensten und Dienstmerkmalen benötigt werden, über den D-Kanal übermittelt. Für den Austausch von Steuerinformationen zwischen der zuständigen digitalen Vermittlungstelle des öffentlichen Netzes und der TK-Anlage kommen standardisierte Übertragungsprotokolle (D-Kanal-Protokolle) zur Anwendung. Für die Teilnehmer ist der D-Kanal im Allgemeinen nicht nutzbar. Er bietet jedoch Angriffspunkte für Manipulationsversuche. So kann ein Angreifer versuchen, über entsprechende Befehlssequenzen Dienste und Leistungsmerkmale zu aktivieren, die er missbrauchen kann, oder den D-Kanal zur verdeckten Informationsübermittlung zu nutzen. Einige Beispiele für den Missbrauch sind:
Einen wirkungsvollen Schutz zur Abwehr der skizzierten Bedrohungen bietet ein D-Kanal-Filter. Mit diesem Filter werden sämtliche Informationen im D-Kanal zwischen Amtsanschluss und TK-Anlage in beiden Richtungen (kommende und gehende Verbindungen) jeweils paketweise überprüft und mit vorgegebenen Einstellungen (Filterregeln) verglichen.
NT=Amtsanschluss (Netz); TE=Telekommunikationsanlage (Teilnehmerseite). (Grafik: Rohde & Schwarz/SIT)
Grundprinzip der Filterung ist: Alle Dienste und Leistungsmerkmale, die für beliebige Rufnummern nicht explizit freigegeben werden, sind gesperrt! Man unterscheidet zwei Arten von Filterregeln:
Die Reaktion des Filters auf erkannte Verletzungen der Filterregeln besteht in der Protokollierung der Verletzung und einer Reaktion, die von der Art der Verletzung der Filterregeln abhängig sein kann (z.B. Auslösung eines definierten Alarms, Verbindungsabbruch). Alle D-Kanal-Pakete, die die Filterregeln nicht verletzt haben, werden an die empfangende Seite weitergereicht. Damit besteht die Schutzwirkung eines D-Kanal-Filters in der
(Letzte Änderung: 20.6.98) (Schneider, Volker, Vertriebsleiter, |