18. September 2000
Das CERT Coordination Center warnt in seiner
Incident Note vom 15. September vor
einer Welle von Attacken gegen Unix/Linux-Hosts. Vermutlich nutzen
die Angreifer automatisierte Verfahren, um im großen Stil
nach Rechnern zu fahnden, bei denen insbesondere zwei im Juli und
August bekannt gewordene Schwachstellen noch nicht beseitigt
wurden. Die meisten aufgefallenen Systeme arbeiten mit
Red-Hat-Linux, es sind aber prinzipiell auch andere Betriebssysteme
gefährdet, auf denen wu-ftpd vor Version 2.6.0, von wu-ftpd
2.0, BSD ftpd 5.51 oder BSD ftpd 5.60 abgeleitete Software bzw.
rpc.statd läuft. Details liefern die CERT-Advisories
CA-2000-13 Two Input Validation Problems In
FTPD bzw.
CA 2000-17 Input Validation Problem in
rpc.statd.
Im Zuge dieser Angriffe hat das CERT CC auch massenhafte
Installationen des "t0rnkit" Rootkits und verschiedener Tools
für Distributed Denial of Service Attacken beobachtet. Ein
einziger Vorfall betraf der CERT-Meldung zufolge über 560
kompromittierte Hosts auf 220 Internet Sites, die allesamt als
Angriffs-Server für das Tribe Flood Network 2000 (TFN2K)
hätten dienen können. Ausdrücklich weist das CERT CC
auf die gestiegene Verbreitung auch der Rootkits hin, die einmal
installiert dem Eindringling eine ganze Reihe Hintertüren
offen halten, indem sie verschiedene Systemprogramme (z. B.
/bin/login, /bin/ls oder ein SSH-Server) durch manipulierte
Versionen (Trojanische Pferde) ersetzen und die Protokollierung
beeinflussen. Eine
sorgfältige "Reinigung" betroffener
Systeme ist daher besonders wichtig.