aktuelles Schlaglicht

29. September 2014

Die Cloud kommt

Noch zögern die Entscheider und sehen Herausforderungen – doch der Druck, Kosten zu sparen und Geschäftsprozesse "agiler" zu unterstützen, dürfte in den nächsten ein bis zwei Jahren einen erheblichen Zuwachs bei der Nutzung öffentlicher und vor allem hybrider Cloud-Services bewirken. Für die Ende September erschienene IDC-Studie "Hybrid Cloud in Deutschland 2014" wurden im August 200 IT-Entscheider aus deutschen Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern befragt. IDC versteht unter Hybrid Clouds die Verknüpfung der unternehmenseigenen, klassischen IT-Umgebung mit Private, Hosted oder Public Cloud-Services.

38 % der teilnehmenden IT-Entscheider zeigten sich zwar skeptisch, dass sich mit dem Aufbau solcher hybriden Cloud-Umgebungen ausreichende Kostenreduzierungen erzielen ließen. Dennoch seien angesichts eines gestiegenen Budget-Drucks Kostenreduzierungen (51 %) das wichtigste Motiv für den "Weg in die Wolke". IT-Entscheider erkennen aber auch, dass einseitige Kostenbetrachtungen zu kurz greifen, konstatiert IDC, denn schnellere Geschäftsabläufe (40 %) und eine kürzere Reaktionszeit auf neue Anforderungen des Managements (37 %) zählten ebenfalls zu den wichtigsten Gründen für die Integration der unternehmenseigenen IT-Umgebung mit Cloud-Lösungen.

Die Befragung ergab, dass mehr als die Hälfte (54 %) der IT-Entscheider – und hier vor allem mittelständische Unternehmen – in den kommenden 12 bis 24 Monaten den Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen plant. Eine verstärkte Nutzung von Hosted Clouds (39 %) und Public Clouds (32 %) war ebenfalls zu erkennen.

Bei der Verwirklichung hybrider Cloud-Umgebungen stellen Sicherheitsbedenken (bei 65 %) und gesetzliche Regelungen (41 %) die beiden größten Herausforderungen für die Unternehmen dar. Bei der Wahl von externen Cloud-Services (Hosted oder Public) im Rahmen des Aufbaus hybrider Cloud-Umgebungen legen IT-Verantwortliche deshalb laut IDC besonderen Wert darauf, dass Anbieter ihre Rechenzentren in Deutschland betreiben (50 %), Verträge nach deutschem Recht (48 %) abgeschlossen und Daten bei der Übertragung verschlüsselt (44 %) werden. Zudem fordert gut ein Drittel der IT-Entscheider (35 %) Zertifikate, anhand derer die Einhaltung der Datenschutzgesetze nachgewiesen werde.

Als weitere Hürde habe sich die Anpassung komplexer Prozesse herauskristallisiert. Um die genannten Schwierigkeiten zu adressieren, sei bei Aufbau und Management hybrider Cloud-Umgebungen ein ganzheitlicher Management-Ansatz erforderlich, betont IDC. Software-Defined Datacenter würden sich zwar noch in einem sehr frühen Stadium befinden, dennoch beschäftigen sich aber immer mehr Unternehmen mit diesem Ansatz, um eine Brücke von physischer und virtualisierter IT-Infrastruktur zu externen Cloud-Lösungen zu schlagen. Nach Ansicht von IDC ist es maßgeblich, dass die IT den Fachbereichen IT-Leistungen in Form von passgenauen Services anbietet – der Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen und das Management mittels Software-Defined Datacenter könne die IT bei diesem Vorhaben unterstützen. Letztendlich sei es für die Geschäftsbereiche unerheblich, welches Sourcing-Modell oder welcher Mix tatsächlich im Einsatz sind. Um die richtigen Services anzubieten und mit dem passenden IT-Sourcing-Modell umzusetzen, sei jedoch die enge Zusammenarbeit der IT-Abteilung mit den Geschäftsbereichen unerlässlich, kommentiert IDC.

Ein Zusammenfassung relevanter Ergebnisse der Studie können interessierte Anwenderunternehmen über [externer Link] http://idc.de/de/research/multi-client-projekte/hybride-cloud-in-deutschland-2014/hybrid-cloud-in-deutschland-2014-projektergebnisse kostenfrei anfordern (Registrierung erforderlich).